Do., 10.05.2018 - 20:00 Uhr

Altäre und Höfe

Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle Stuttgart


H. I. Fr. Biber
Sonatae tam aris, quam aulis servientes
Freiburger BarockConsort

„Sonaten, sowohl für den Altar als auch bei Tisch“ nannte Heinrich
Ignaz Franz Biber seine 12 Ensemblesonaten, die er seinem Dienstherren,
dem Fürsterzbischof Maximilian Gandolf Graf Khuenburg
von Salzburg, um 1670 widmete. Damit hatte er einen musikalischen
Ton entwickelt, der beiden Gebrauchsfunktionen, der kirchlichen und
der höfischen, dienen konnte und somit der Liaison von Hof und
Kirche des Fürstbischofs perfekt entsprach. Die Sonaten sind sehr
abwechslungsreich, was ihre Tonart, ihren Ausdruck und ihre Besetzung
angeht. Biber komponierte hochvirtuose Kammermusik für ein
Ensemble aus zwei Trompeten, Streichern und Continuo. Dem kirchlichen
Stil begegnete er mit einer strengen kontrapunktischen Anlage,
während „Tafelmusik“ in tanzmusikalischen Sätzen zu hören ist. Bei aller
Pracht und Kunstfertigkeit macht uns diese Musik durch ihre alpenländischen,
französischen, spanischen, slawischen, ungarischen und
mediterranen Züge heute deutlich, dass in der Vielheit eine reizvolle
Einheit entstehen kann – eine multikulturelle Grenzüberschreitung
nach dem Motto: E pluribus unum.


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