Fr., 08.12.2017 - 20:00 Uhr

Die Kreutzersonate

Bürgerhaus Backnang


Leo Tolstojs dramatische Erzählung nach Beethovens Musik

In einem Eisenbahnabteil entspinnt sich zwischen Reisenden ein Gespräch über Seelen¬verwandtschaft und Sinnlichkeit, Ehe und Scheidung, bei dem ein vorzeitig ergrauter, nervöser Herr die Ansicht vertritt, es gebe nur körperliche Liebe und die Ehe sei ein Betrug. Später berichtet er in einer Art Lebensbeichte von seiner gleichgültigen, verbitterten, trotzdem hasserfüllten Beziehung und der maßlosen Eifersucht, als seine Frau mit einem alten Bekannten von ihm, einem Geiger, gelegentlich zu musizieren beginnt.
Bei einer Abendeinladung, als die beiden Beethovens Kreutzersonate für Klavier und Violine spielen, empfindet der Ehemann schon beim ersten Presto die aufwühlende, verderbliche Macht der Musik. Er gerät in einen an Wahnsinn grenzenden Zustand und bringt seine Frau als vermeintliche Ehebrecherin um.
Tolstoj erzählt dieses Drama um eine Eifersucht aus verletzter Eitelkeit und Selbstmitleid einerseits subtil psychologisch, andererseits grundiert von einer eigenartigen, christlichen Moral – auf jeden Fall meisterhaft und beeindruckend. Ganz besonders in der Lesung von Klaus Hemmerle mit der von Anke Dill und Florian Wieck musizierten Beethoven-Sonate.


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